"Wenn du dich traust, hinter die Kulissen deines eigenen Verhaltens zu blicken und dabei bereit bist, gewohnte Denkmuster loszulassen – dann ist dieses Seminar eine der lohnendsten Investitionen in deine persönliche und berufliche Entwicklung."

Veronika Jones-Gilch, Studiengang Management Training

Erfahrungsbericht zum Seminar "Konfliktmanagement" im Rahmen des Studiengangs "Management Training"

Offenes Seminar "Konfliktmanagement" im Kloster Neustift in Vahrn/Südtirol, März 2025
Der Begriff „Konflikt“ ruft bei mir nicht unmittelbar Begeisterung hervor. Eher ein leises Zusammenziehen im Bauch, ein Hauch von Unsicherheit in der Brust. Gleichzeitig – und vielleicht gerade deshalb – übt das Thema eine gewisse Faszination aus. Denn wo Reibung entsteht, entsteht auch Entwicklung. Die Aussicht, mit Konflikten künftig souveräner umgehen zu können, ließ mich positiv in das einwöchige Seminar zum Thema Konfliktmanagement starten– ein Erfahrungsraum, der vieles in Bewegung brachte.

Was mich nach der entspannten Anreise mit der Bahn im wunderschönen Bildungshaus des Südtiroler Kloster Neustift erwartete, war - wie immer bei Rosenkranz Seminaren - keine Aneinanderreihung theoretischer Inputs oder Patentrezepte zur Konfliktlösung. Es war wieder dieses intensive, aktive Erleben – getragen von einem geschützten Rahmen und einer feinfühligen Begleitung. Es ging nicht um richtig oder falsch, sondern um Wahrnehmen, Spüren, Reflektieren.

Bereits am ersten Tag wurde deutlich: Hier wird nicht geschont – weder sich selbst noch die anderen. Und das ist gut so. In einer der ersten Übungen verteilten wir rote und grüne Punkte auf andere Teilnehmer*innen – spontan, intuitiv. Sympathie, Antipathie, Nähe, Distanz – das Unsichtbare wurde sichtbar gemacht. Und auch wenn diese Übung zunächst ungewohnt war, war sie doch symptomatisch für das, was folgte: den Mut, sich einzulassen.

Die Woche war geprägt von Rollenspielen, Perspektivwechseln und kreativen Methoden. Ich erinnere mich an eine Situation, in der ich als Beobachterin eine Gruppe anleiten durfte. Das war für mich als Teilnehmerin am Rosenkranz Studium “Systemische Organisationsentwicklung” mit Schwerpunkt Management Training ein besonders spannender Moment und mein persönliches Highlight: Mit wenigen Worten, kleinen Gesten und viel Präsenz wirkte ich ins Geschehen hinein – und spürte dabei eine neue Form der Klarheit. Es war kein „Machen“, sondern ein „Wirken“.

Ein zentrales Element, das sich wie ein roter Faden durch die Woche zog, war das Prinzip der sogenannten OK-Position: „Ich bin OK – Du bist OK“. Diese Haltung, so einfach sie klingt, verändert das Miteinander grundlegend. Sie bedeutet nicht, alles gutzuheißen oder Kritik zu verschweigen – sondern dem Gegenüber mit Respekt und Augenhöhe zu begegnen, gerade in schwierigen Momenten.

Auch die Methodik der Gewaltfreien Kommunikation wurde nicht nur vermittelt, sondern gelebt. Es ging darum, das eigene Bedürfnis hinter dem Ärger zu erkennen, den Blick zu weiten, statt ihn zu verengen – und sich in Gesprächen mit einer inneren Haltung zu verbinden, die weniger auf Reaktion, sondern auf Resonanz abzielt.

Was mich besonders beeindruckt hat, war die Mischung aus Struktur und Offenheit. Es gab klare Übungen, aber keinen starren Ablauf. Vielmehr entstand das Wesentliche oft im Moment: im Austausch, in der Stille danach, im Nachspüren beim Spaziergang mit der Lernpartnerin. Das Trainerteam verstand es, mit großer Präsenz die Gruppe zu führen – nicht über Kontrolle, sondern über Vertrauen.

Im Rückblick waren es weniger spektakuläre Aha-Momente, sondern die leisen Verschiebungen, die den größten Effekt hatten. Ich habe gelernt, wie stark sich mein Konfliktverhalten verändert, wenn ich wirklich zuhöre. Wie schnell ich dazu neige, Lösungen anzubieten, statt einfach da zu sein. Und wie viel sich bewegt, wenn ich mich selbst mit einem wohlwollenden Blick betrachte – selbst dann, wenn es unangenehm wird.

Das Seminar hat mir keine fertigen Antworten geliefert – und das ist gut so. Es hat Räume geöffnet: für Selbstreflexion, für ehrliches Feedback, für neue Handlungsoptionen. Und vor allem: für die Erkenntnis, dass Konflikte kein Störfaktor sind, sondern ein Angebot. Ein Angebot, sich zu entwickeln – als Mensch, als Kolleg*in, als Führungskraft.

Mein Fazit?
Wenn du dich traust, hinter die Kulissen deines eigenen Verhaltens zu blicken und dabei bereit bist, gewohnte Denkmuster loszulassen – dann ist dieses Seminar eine der lohnendsten Investitionen in deine persönliche und berufliche Entwicklung.